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 Betreff des Beitrags: Erin Litteken, Denk ich an Kiew
BeitragVerfasst: So 13. Aug 2023, 11:17 
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Registriert: Do 20. Aug 2015, 21:02
Beiträge: 2193

So viel hören wir heute über Kiew.
So wenig wusste ich über dies Land.
Dass Stalin es fast geschafft hat, die Menschen des Landes in den 1930er Jahren durch eine künstlich herbeigeführte Hungersnot auszurotten.
Tief bewegend, was damals geschah. Noch nie zuvor gehört: Holodomor. Über neun Millionen Menschen fielen der staatlich geschaffenen Hungerepidemie zum Opfer. Ebenso viele sind vermutlich erfroren.
Das Buch springt Kapitel für Kapitel von der Jetztzeit in die Hungerzeit. Eine dramatische Familiengeschichte.
Die Jetzt-Kapitel, die verknüpfte Liebesgeschichte ist mir zu süßlich, Sätze voller unnötiger Adjektive. Vielleicht ist dadurch der "Absturz" des Lesers in die Wahnsinnsnot umso größer.
Man muss etwas aushalten, um alles zu lesen. Zum Glück befriedet einen das Ende der Familiengeschichte in Amerika, das einen weiteren neuen Anfang schafft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erin Litteken, Denk ich an Kiew
BeitragVerfasst: Mo 14. Aug 2023, 16:09 
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Beiträge: 20869
Wohnort: Schweden

Im Laufe der letzten anderthalb Jahre bin ich auch mehrmals auf das Thema Holodomor gestoßen und muß mir zum Vorwurf machen, mich lange Sozialistin genannt zu haben. ohne auch nur halbwegs genug zu wissen über die historische Rolle dieser Ideologie und die wahren Vorgänge in ihrem Machtbereich bis weit in meine eigene Lebenszeit hinein. Es ist alles zu verzwickt, um jemals auf Dauer Partei ergreifen zu können, denke ich heute, wenn man die Dinge nur theoretisch und aus der Ferne erkennen kann. Die Ukrainier haben in meinem Geschichtsbild keine große Rolle gespielt, sie sind mir hauptsächlich als Antisemiten und Schergen des Naziregimes in der Verfolgung der Juden aus den Geschichtsbüchern im Gedächtnis geblieben. Daran ist sicher viel richtig, aber wahrscheinlich sind die Zusammenhänge viel, viel komplizierter, als ich sie aufgefaßt habe. Welche Bedeutung dabei die Erfahrung dieser inszenierten Hungerkatastrophe hatte, kann jetzt erst und mit so großer Verspätung bedacht werden. Und wer weiß, was noch wir alles nicht wissen oder wissen wollten ...

_________________
bye, bye, my I


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 Betreff des Beitrags: Re: Erin Litteken, Denk ich an Kiew
BeitragVerfasst: Mo 14. Aug 2023, 22:22 
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